Bild: Information zum Thema Abscheren 12 kB Ein schon oft gehörtes Thema in der deutschen Taucher- Newsgroup de.rec.sport.tauchen ist das "Problem" des Abscherens von kleinkonischen Ventilen bei aussergewöhnlicher Belastung. Einige Taucher haben aus Unkenntnis und aus überzogener Reaktion auf Grund irriger Informationen (zeitlich befristete Sonderzulassung ) von unwissenden und/oder falsch informierten TÜV Mitarbeitern und dieser ohne Sachkenntnis geführten Diskussion ihre kleinkonischen Flaschen verkauft. Das wäre bei Vorhandensein von vernünftigen Hintergrundinformationen mit Sicherheit nicht notwendig gewesen.

Wie bei allen Druckbehältern besteht die Gefahr, daß auf Grund des Ventilbruches eine Pressluftflasche zu einem Geschoss wird und durch ihre infolge des auströmenden komprimierten Gases (actio = reactio) übertragene kinetische Energie (Bewegungsenergie, Anm.d.Verf.) zu erheblichen Verletzungen und/oder Zerstörungen in Flora und Fauna führen kann. Auf Grund der Bauweise ist dies "besonders" bei kleinkonischen Ventilen möglich, da sich der Ventilsitz verjüngt (Abnahme der Materialstärke am Ventilkörper) und das Ventil in Relation zum normalen zylindrischen Ventil etwas heraussteht. Auch bei "normalen" zylindrischen Flaschen besteht bei besonderer Belastung des Ventils auf Grund der Hebelwirkung die Gefahr eines Ventilbruches, da sich (im Gegensatz zu kleinkonischen Flaschen) das Material des Flaschenhalses nicht konisch verstärkt - es würde im Fall des Falles der Flaschenhals brechen.


Um diese Gefahr zu umgehen, kann man bei kleinkonischen Flaschen verschiedene (bauartzugelassene) technische Möglickeiten ausschöpfen:

1. mit einer Art "Halskrause" aus zwei ineinander verschraubbaren Gewinderingen, welche den Ventilkörper direkt stützen und das Biegemoment aufnehmen. Sie werden vor Ventilmontage aufgesetzt und später gegeneinander gekontert. Damit kann jedoch die Gefahr des Ventilbruches nicht völlig eliminiert werden, sollte es zum besagten Bruch kommen, ist durch unkontrolliert ausströmendes Gas das zerstörerische Raketenprinzip immer noch möglich.


2. mit einem speziellen Ventilansatz (Auströmsicherung), welcher vor der Montage des Ventiles in den Ventilkörper eingeschraubt wird und so geschützt im Inneren der Flasche liegt - das Ventil ist also äußerlich unverändert, Korrosionsspuren sind am Flaschenhals jederzeit erkenntlich, es gibt de facto keine Probleme bei der Brückenmontage und das Preis/Leistungsverhältnis ist unserer Meinung nach 1A, da er gleichzeitig mit einem Metallsinterfilter kombiniert ist und so zusätzlich eine Verschmutzung des Ventilsitzes und der 1. Stufe verhindert. Er verhindert allerdings auf Grund seiner Konstruktion nicht die Gefahr des Ventilbruches - sollte allerdings durch Stoß oder Schlag das Ventil am Ventilhals abbrechen, verhindert er wirkungsvoll das unkontrollierte Ausströmen des komprimierten Gases und damit Bewegung in der Szenerie! Duch eine gewollte Undichtigkeit im Ventilmechanismus der Ausströmsicherung wird dann der Flaschendruck kontrolliert abgebaut.

3. einige Ventilhersteller haben durch Veränderungen der Materialeigenschaften (z.B. Legierungsbestandteile) der Ventilkörper auf die von verschiedenen Prüfstellen durchgeführten Scherversuche reagiert und eine neue Ventilgeneration mit wesentlich höherer Scherfestigkeit gefertigt.

FAZIT: Festzustellen ist, daß die Prüfbedingungen erhöhte Beanspruchungen von Atemgeräten simulieren und so nicht unbedingt praktisch umsetzbar sind. Vorgeschrieben sind diese speziellen Vorrichtungen (bei freier Wahl der zur Verfügung stehenden zugelassenen Mittel) z.B. im Freistaat Sachsen nur für Feuerwehren. Diese speziellen Scher- und Schlagprüfungen spielen z.Z. vorrangig also nur bei professionellen Einsatzmöglichkeiten mit hoher mechan. Belastung der Atemgeräte (z.B. durch Zeitdruck), d.h. Feuer- und Grubenwehren (evtl. noch Rettungsdienste) eine Rolle, jene welche also den Hauptteil der kleinkonischen Flaschen mit entsprechendem Handling und Risikokapital besitzen. Skeptisch zu betrachten ist weiterhin die bundesweite Umsetzung einer neuen Verordnung, welche das Modifizieren der Flaschen fordert - ein wesentlicher Faktor dürften hier unstrittig die entstehenden Kosten der Nachrüstung und das schier unendlich langsame Mahlen der Verwaltungsmaschinerie in der BuReDeu sein.

Zu unseren Ventilen: Die von uns verwendeten Schmöle-Ventile sind baugleich mit denen von Dacor (Sonderventil KK, Best.Nr. 500300) und den von Dräger Dive Hamburg angebotenen zylindrischen Monoventilen (MONO M25/200, Best.Nr. T51 214).
Die dafür erhältliche Auströmsicherung (von uns auf Grund der oben erwähnten Vorteile entscheidend favoritisiert) kostet mit Versand bei uns 49,50 DM.
Achtung: Sie werden speziell für verschiedene Ventiltypen hergestellt, sind also nicht unbedingt kompatibel mit anderen Tauchamaturen !!
Hier finden Sie nähere Informationen zur Montage und Funktion des Auströhmschutzes der Firma Auer: Bitte Text oder Graphik anklicken ! Ventilbild (normal,kleinkonisch)69 kB
Abbildung: montagefertiges kleinkonisches Schmöle DIN-Ventil mit bereits eingeschraubtem Auer-Auströhmschutz (incl. Sintermetallfilter)

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Klemm Brothers Diving Corp., Leipzig, East-Germany